Theaterlexikon: C

C wie Clown

Der Clown ist vorwiegend im Zirkus anzutreffen, findet bisweilen aber auch seinen Weg auf die Theaterbühne und – zum 125. Geburtstag von Charlie Chaplin – auch in unser Theaterlexikon. Dabei hat der Clown (lat. colonus: Bauerntölpel) seinen Ursprung im Theater: Er unterhielt die Zuschauer englischer Bühnenstücke im 16. Jahrhundert während der Pause. Später erhielt er Verstärkung in Gestalt von Harlekin, Pierrot und Pulcinella in der Commedia dell’arte. Im 17. Jahrhundert sorgte Molière und ein Jahrhundert später Carlo Goldoni dafür, dass die Figur des Clowns im Theater bedeutend weiterentwickelt wurde.Im 21. Jahrhundert, in der Spielzeit 2012/13, bevölkerten einige Vertreter dieser Gattung schließlich auch die Bühne der Spielhalle an den Münchner Kammerspielen. Verkörpert wurden sie von einer Gruppe von Schauspielerinnen und Schauspielern aus Budapest, München, Tallinn und Helsinki. In Kristian Smeds DER IMAGINÄRE SIBIRISCHE ZIRKUS DES RODION RASKOLNIKOW, das auf Dostojewskis SCHULD UND SÜHNE basiert, sind die Clowns grausam und schäbig, ein wenig lustig und ziemlich traurig. Und erst wenn ein Clown diese Ambivalenz in sich vereint, wird er zu dem faszinierenden Wesen, das uns so sehr in seinen Bann zieht. Eine Kunst, auf die sich Charlie Chaplin, der in THE REST IS NOISE III in Gestalt von Kristof Van Boven übrigens auch schon auf unserer Bühne zu sehen war, hervorragend verstand.

 

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