„Wir sollen keine Schauspieler sein“

Eine weitere Inszenierung von Susanne Kennedy wurde zum Theatertreffen eingeladen. Nach dem großen Erfolg von FEGEFEUER IN INGOLSTADT wird in diesem Jahr WARUM LÄUFT HERR R. AMOK? in Berlin zu sehen sein. Wir haben mit den Statisten, die in dieser Produktion eine wichtige Rolle einnehmen, über die Probenzeit und ihre Reaktion auf die Festival-Einladung gesprochen.

Sie übernehmen in dieser Produktion mehrere Aufgaben, das ist eigentlich unüblich für Statisten.

Ingmar Thilo: Susanne Kennedy will einen bestimmten Zweck erreichen, dafür müssen die Statisten tätig werden und auch sprechen. Überhaupt will dieses ganze Stück Verwirrung bei den Zuschauern stiften. Jeder Darsteller hat verschiedene Masken und Kostüme, niemand hat eine eigene Stimme, sondern die Zuschauer hören Tonbandaufnahmen. So wissen sie nicht, wer unter der Maske ist, wer der Schauspieler ist.

Wie war die Probenzeit?

Herbert Volz: Irgendwie konnten wir machen, was wir wollen. Das war gut.

Sybille Sailer: Wir sollen Laien sein, wir sollen keine Schauspieler sein. Susanne hat irgendwann mal gesagt, wir sollen nicht professionell betonen, oder mit Pathos sprechen, sondern ganz natürlich.

Weil Sie am Ende der Aufführung ohne Masken spielen und sprechen sollen und eine Tanzszene gibt es auch.

Erika Waltemath: Ich habe sofort nach einem Choreographen gefragt, aber Susanne sagte, den würde es nicht geben. Und natürlich wollte ich wissen, zu welcher Musik ich tanzen würde. Eric Clapton – damit war ich einverstanden. Dass ich alle Freiheiten habe, hat Susanne gesagt. Mehr nicht. Aber scheinbar erzählen die Leute, die es gesehen haben, etwas von Rührung, einige haben sogar geweint. Also, so war es nicht geplant, aber es war scheinbar schon ein bisschen emotional.

Und Sie fahren jetzt nach Berlin, weil die Aufführung zum Theatertreffen eingeladen wurde.

Herbert Volz: Es wird eine Party geben oder so.

Sybille Sailer: Am Abend, als wir erfahren haben, dass wir nach Berlin eingeladen werden, gab es ein ganz spontanes kleines Fest in der Requisite. „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin”, haben wir gesungen. Es wurden Fotos gemacht, die wir Susanne schicken wollen. Das fand ich sehr, sehr schön.

Ingmar Thilo: Das Wunder ist nicht, dass Susanne Kennedy nach Berlin eingeladen wurde, das Wunder ist, dass wir mitfahren dürfen.

Das Gespräch führte Kristóf Kelemen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s