Vergängliche Schönheit

Johan Simons‘ Idee, eine schmelzende Wachsfigur auf die Bühne zu bringen, von der am Ende der Vorstellung kaum mehr etwas übrigbleiben würde, bedeutete eine große Herausforderung für die Mitarbeiter der Produktion DIE NEGER. Eine Herausforderung, die unsere Theaterplastikerin Gabriele Obermaier gerne annahm. „Es hat mich gereizt, etwas zu machen, was sich eigentlich verbietet. Am Theater mit Wachs zu arbeiten, ist ziemlich innovativ. Denn es eignet sich eigentlich kaum: Es ist weich und elastisch, absolut nicht robust und eigentlich nicht transportfähig“, sagt sie. Besonders knifflig: Damit die 18 Kilogramm schwere Figur, die innen hohl ist, in genau 90 Minuten komplett herunterschmelzen kann, musste vorher die  genaue Wandstärke ermittelt werden. Die Wärmeplatte, auf der die Figur während der Vorstellung liegt, muss außerdem genau die richtige Temperatur haben, um den Schmelzvorgang zu kontrollieren – Stefan Schmied aus der Beleuchtungsabteilung hat lange an dieser Konstruktion getüftelt.

Als die Wachsfigur, für die eine ehemalige Tänzerin Modell lag, zum ersten Mal vor den Augen aller an der Arbeit Beteiligten zur Probe geschmolzen wurde, war das ein besonderer Moment: „Wir starrten eineinhalb Stunden lang gebannt auf die schmelzende Figur, als würden wir fasziniert ins Feuer schauen. Die Freude darüber, dass es tatsächlich funktioniert hat, war riesig“.

Carolina Zimmermann

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