Was wird eigentlich aus…

… dem Karussell in HIOB?

Mit der Dernière von HIOB endet am 25. Juli die Intendanz von Johan Simons. Beim letzten Abbau wird das Karussell in seine Bestandteile zerlegt. Die Drehscheibe bildet auch in anderen Produktionen wie GESCHICHTEN AUS DEM WIENER WALD und JAGDSZENEN AUS NIEDERBAYERN einen Teil des Bühnenbilds, wird also auch in der nächsten Spielzeit noch benötigt.

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… dem Karussell in ORPHEUS STEIGT HERAB?

Und es dreht sich noch – ein einziges Mal. Ein halbes Jahr lang waren die Mitarbeiter aus unseren Werkstätten und der Technischen Leitung mit dem Bau des außergewöhnlichen Bühnenbilds für Tennessee Williams‘ Stück beschäftigt. Die Bühnenbildnerin Eva-Maria Bauer hatte ein über Kopf hängendes Kettenkarussell mit 64 handgemalten Ornamenten und 32 originalen Karussellsitzen entworfen. Das Original, das in der Inszenierung von Sebastian Nübling auf der Bühne steht, wiegt 4,5 Tonnen. Für die technisch komplexe Umsetzung wurde das Kettenkarussell kürzlich mit dem Weltenbauer-Award 2015 ausgezeichnet.

Nach der letzten Vorstellung am 21. Juli wird das Karussell auseinandergebaut und zumindest in Teilen aufgehoben. Der sehr kostspielige Antrieb bleibt im Lager der Münchner Kammerspiele, weil er sicher einmal wiederverwertet werden kann. Auch die Ornamente und die bunten Lämpchen sollen nicht weggeworfen werden. Die Stahlkonstruktion dagegen wird verschrottet. Ein Student der Kunstakademie hatte sich für den Kauf des Karussells interessiert, nahm allerdings wegen des Preises schließlich Abstand von der Idee.

… dem Glitzervorhang in GASOLINE BILL?

René Polleschs Inszenierung GASOLINE BILL wurde auf zahlreiche Festivals eingeladen, die Produktion war also viel unterwegs – der Glitzervorhang, ein wesentlicher Bestandteil des Bühnenbildes von Bert Neumann, musste natürlich auf jede Reise mit. Man kann nur hoffen, dass er sich beim Ein- und Auspacken und während des Transports nicht allzusehr verknotet hat. Auch wenn wir das Stück am 18. Juli leider zum letzten Mal zeigen, gibt es eine gute Nachricht: Die Glitzergardine wird nicht einfach weggeworfen. Nicht nur, weil sie ziemlich teuer war, sondern auch weil sie vielseitig einsetzbar ist, wird sie zunächst eingelagert. Auf Partys und Konzerten können wir Neumanns Vorhang dann in Zukunft in neuem Glanz funkeln sehen. IMG_2303

… dem Bühnenbild von DER PROZESS?
„Andreas Kriegenburgs Bühne ist eine Mischung aus Hamsterrad und Halfpipe. Im Vordergrund liegt eine riesige Ellipse, die nach unverputztem Beton aussieht und sich in der Tiefe des Raumes verengt. Der hintere Hohlraum wird von einer Holzscheibe abgeschlossen, die als steile Rampe darin liegt, nach hinten geklappt wird und sich zugleich dreht. Fast senkrecht klebt das Mobiliar – ein Schreibtisch, ein Esstisch, Stühle, ein Bett – auf dem Untergrund. Anders die Menschen auf diesem ungastlichen Eiland: Sie kraxeln und straucheln, klettern und strampeln“ – so beschreibt nachtkritik.de das Bühnenbild von Andreas Kriegenburg, der auch Regie geführt hat. Von der Zeitschrift „Theater heute“ wurde es 2009 als bestes Bühnenbild des Jahres ausgezeichnet. Aber was passiert mit dieser gigantischen Konstruktion, nachdem die 100. und letzte Vorstellung am Freitagabend abgespielt ist? Klaus Hammer, technischer Direktor unseres Theaters, gibt Auskunft: „Zunächst kommt alles ins Lager. Vieles wird für SHABBYSHABBY APPARTMENTS in der nächsten Spielzeit nochmal wiederverwertet. Und was dann nicht mehr gebraucht wird, müssen wir verschrotten“. Teile, die man noch einmal einsetzen kann, wie Hydraulikpumpen, werden aber aufgehoben. Gerade dem Bühnenbild von DER PROZESS liegt ja eine sehr komplexe Technik zugrunde. Verschrottet wird übrigens im Lager selbst. g11Der_Prozess_0406

… dem Hund in EXILES?
Für EXILES hat Bühnenbildnerin Katrin Brack einen überdimensionalen, treuherzig guckenden Hund entworfen. Weil das Thalia Theater die Produktion übernimmt, steht diesem Hund nach der Sommerpause der Umzug nach Hamburg bevor. Dort hat das Stück unter dem Titel VERBANNTE am 22. Oktober 2015 Premiere in der Gaußstraße. Ganz unkompliziert wird der Umzug des gemalten Hundes aber nicht: Die Tür zur Bühne ist zu klein, das Hundebild passt also nicht am Stück hindurch. Es wird deshalb zerteilt und dann durch die Tür befördert. Dabei wird der Kopf vom Rumpf getrennt und leicht nach vorne versetzt. Durch einen hinter dem Kopf sitzenden Motor wird dieser Teil ganz langsam von links nach rechts bewegt. Wieder zusammengebaut, wird er sicher genauso treuherzig gucken wie vorher. EXILES von James JoyceMünchner Kammerspiele, Schauspielhaus, 2014

Wir verabschieden uns in unserem FINALE-Monat Juli von 21 Produktionen. An vielen Arbeiten haben uns nicht nur die Schauspieler, Inszenierungen oder die Stoffe beeindruckt, sondern auch Kostüm, Bühnenbild und Ausstattung. Wir suchen uns aus einigen Produktionen Gegenstände heraus, die wir hier auf unserem Blog noch einmal zeigen. Wir berichten, was mit ihnen passiert, nachdem die Intendanz Johan Simons am 25. Juli endet.

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