Drei Fragen an … Munk

Munk heißt mit richtigem Namen Mathias Modica und steht gemeinsam mit Jonas Imbery an der Spitze des Indie Disco & Future House Labels GOMMA. Den 15. Geburtstag des Labels feiern wir heute, am 3. Juni mit dem 15 JAHRE GOMMA SPEKTAKEL im Schauspielhaus. Munk, der neben anderen hochkarätigen DJs auflegen wird, hat uns drei Fragen beantwortet:

1. Wie ist GOMMA entstanden?

Munk: Ich hatte Musik produziert, die aber kein anderes Label herausbringen wollte, und so haben wir aus der Not heraus ein eigenes Label gegründet. Sehr schnell hatten wir einen großen Fankreis in England, Frankreich und Japan, was dazu geführt hat, dass wir auch die Msuik von Freunden veröffenlichen konnten. Aus der Not eine Tugend gemacht haben wir mit unseren Freunden Mirko Borsche & Thomas Kartsolis (Heute Art-Direktoren von SZ & Zeit Magazin – damals nur unsere Kumpels) hingesetzt und beschlossen, dass es kein normales Label werden darf, sondern wir durch ausgefallene Grafiken, Magazine, T-Shirts und andere Dinge das Label auf ein andere Art betreiben wollen.

2. Was sind deine schönsten Erinnerungen aus den letzten 15 Jahre

Das kann man nicht sagen. Eigentlich immer alles, was zum ersten Mal passierte. Die erste Tour nach China. Die Arbeit mit besonderen Künstlern wie z.B. dem New Yorker Street Art Ikone The Rammellzee oder Nick McCarthy von Franz Ferdinand, die wir erst bewunderten und dann mit ihnen arbeiten konnten. Die ersten DJ Gigs auf Pariser Modeschauen…

3. Warum wird die Party legendär?
Weil Gomma und die Kammerspiele eine gottgebene heilige Kombination sind!

Drei Fragen an… Susanne Kennedy

Das zentrale Thema von HIDEOUS (WO)MEN sind laut Susanne Kennedy die „Säfte des Lebens (Körperflüssigkeiten)“. Wir wollten noch ein wenig mehr wissen und haben der Regisseurin drei Fragen gestellt:

MK: Wo führt dich dein Drang, Grenzen zu überschreiten, noch hin?
Susanne Kennedy: Tja, das weiss ich wirklich nicht, aber irgendwie will ich wohl Dinge sehen, die ich selber vorher noch nicht in dieser Form gesehen habe. Das jedes Mal zu erreichen ist natürlich unmöglich, aber ich versuche es trotzdem. Manchmal dauert es aber Jahre, bevor ich ein Bild oder eine Atmosphäre, die ich so im Kopf hatte, umsetzen kann.Wahrscheinlich will ich über die Grenzen des Mediums Theater hinaus. Ich bereite gerade ein Projekt für das Maxim Gorki Theater vor, und das letzte Mal, als ich meine Notizen durchgelesen habe, habe ich gemerkt, dass ich ja nur über Film geschrieben habe. Jemand, der das durchlesen würde, würde denken, dass ich einen Film drehen möchte.

Wie gehst du mit flüchtendem Publikum während der Vorstellung um?

Das ist für mich kein Problem. Ich würde selber auch oft gern flüchten, traue mich aber nie.

Welchen Vorwurf/welches Kompliment möchtest du dir über deine Arbeit nicht mehr anhören?

Ich finde es immer sehr seltsam, wenn man denkt, dass ich nur Roboter oder Puppen auf der Bühne zeigen würde. Für mich sind diese Menschen da oben unglaublich realistisch.

Am 13. und 14. Februar zeigen wir die Produktion der Toneelgroep Oostpool im Werkraum. Die Ästhetik und Spielweise mit Latexmasken und Playback-Dialogen entwickelte Susanne Kennedy für WARUM LÄUFT HERR R. AMOK? weiter. Für alle Susanne Kennedy-Fans haben wir ein Interview von Çigdem Teke mit ihr herausgekramt. Das Ergebnis seht ihr hier:

Blogger berichten aus dem Theater

Luk Perceval ist ein Theaterregisseur, der den Umgang mit den digitalen Medien nicht scheut. Für die Endproben seiner aktuellen Inszenierung EXILES haben wir drei theaterinteressierte Bloggerinnen eingeladen, die über den Probenprozess und die Premiere berichteten. Die Ergebnisse sind auf den Blogs LET’S TALK ABOUT ARTS, mucbook und TRAVELINGTHEWORLD72 zu lesen.

Wir haben den Bloggerinnen Sarah und Susanna, Juliane und Alexandra drei Fragen gestellt:

1. Wie würdet ihr euer Blog beschreiben?

Letstalkaboutarts: Unser Blog soll eine Plattform sein, die zum Austausch anregt, die die Diskussion über Kunst und Kultur raus aus dem Feuilleton und den Fachkreisen holt.

mucbook: Ich schreibe diesmal für mucbook und nicht für meinen eigenen Blog. Mucbook ist ein Blog über ganz München und alles, was in München passiert. Events, Konzerte, Theater. Wir versuchen, Geheimtipps zu geben, unbekannte Locations oder spontane Partys aufzutun, interessante Menschen zu finden und vieles mehr.

Travelingtheworld72: Ich führe keinen Theaterblog, sondern einen Reiseblog und möchte dort vor allem Geschichten erzählen. Ein Auge habe ich immer auch darauf, was darüber hinaus noch wartet und bin dann sofort  auf euer Projekt aufmerksam geworden.

2. Habt ihr euch einen Probenprozess am Theater so vorgestellt, wie ihr ihn die vergangene Woche erlebt habt?

Letstalkaboutarts: Wir haben nicht erwartet, dass es so viel Interaktion zwischen den Darstellern und dem Regisseur gab. Die Schauspieler hatten sehr viel Mitspracherecht und konnten über ihre eigenen Rollen diskutieren.

mucbook: Sehr überraschend fand ich, dass auch Luk Perceval sehr offen und flexibel blieb. Bis zur letzten Probe wurde immer noch weiter verändert, variiert und gestrichen.

Travelingtheworld: Für Luk Perceval war es besonders wichtig, dass alle Schauspieler vom richtigen Gefühl erfasst werden und es transportieren können. Mich hat dabei vor allem Luks Einfühlungsvermögen beeindruckt, dass er sehr auf die Schauspieler eingegangen ist und nie die Fassung verloren hat.

3. Wie stellt ihr euch die weitere digitale Reise des Theaters vor? Welche Wünsche habt ihr?

Letstalkaboutarts: Wir wünschen uns, dass das Theater offener wird. In München meistern das die Münchner Kammerspiele und das Residenztheater beispielsweise schon sehr gut, zum Beispiel mit einem Projekt wie diesem. Das sind auch unsere Ansätze: Dass sich die kulturellen Institutionen nicht vor einer Offenheit sträuben.

mucbook: Ich stimme da vollkommen zu. Allerdings ist ja eine Inszenierung ein Spiel an sich, dass durch eine solche Probenbeobachtung auch verliert. Man könnte aber auch an dieser Stelle ansetzen und einen größeren Austausch mit dem Regisseur und den Schauspielern zu schaffen.

Travelingtheworld: Für mich stellt sich auch die Frage, wie weit man da tatsächlich gehen kann. Aus dem Theater zu twittern, stelle ich mir zum Beispiel schwierig vor. Aber ich denke, die Reise wird auf jeden Fall spannend.

Drei Fragen an… Christian Löber

Vor einiger Zeit tauchte im Internet ein Videoclip auf, in dem wir eindeutig unseren Schauspieler Christian Löber identifizieren konnten.

Wir haben den Schnipsel in seinen Kontext (FEGEFEUER IN INGOLSTADT) eingebettet, Christian dazu befragt und ein kleines Erklärstück produziert (Video: Ikenna Okegwo).

Christian, würdest du diesen TV-Total-Videoschnipsel als deinen professionellen Internetauftritt bezeichnen?

Bisher irgendwie schon. Auf jeden Fall haben das Ding mehr Leute gesehen als alles andere.

Wie hast du von dem Video erfahren und was hältst du davon?

Mein Kollege Marc Benjamin hatte es auf meine Facebookseite gepostet, mit dem Kommentar: „Guck mal, du bist bei TV Total“. Als ich mir das Video zum ersten Mal angesehen habe, habe ich mir überlegt, ob ich das jetzt gut finde oder total blöd. Und dann habe ich mich entschieden, es super zu finden. Aber dass es dann auch in der Show mehrmals gezeigt wurde und Stefan Raab das Ganze so supportet hat, finde ich schon beängstigend. Es sind mittlerweile tatsächlich um die 170.000 Klicks auf Youtube.

Du arbeitest ja jetzt nach FEGEFEUER IN INGOLSTADT auch wieder mit der Regisseurin Susanne Kennedy zusammen. Glaubst du, dass es auch in WARUM LÄUFT HERR R. AMOK Potenzial für TV Total geben könnte?

Auf jeden Fall!

Drei Fragen an…

Jens Bluhm, Regieassistent an den Münchner Kammerspielen, inszenierte für die vierte und für diese Spielzeit letzte Folge der LABORATORIUM-Reihe POLEN IST MEIN ITALIEN. Das Stück von Sascha Hargesheimer wurde zu Beginn der Spielzeit bereits auf der LANGEN NACHT DER NEUEN DRAMATIK vorgestellt. Für seinen Text erhielt der Autor den Münchner Förderpreis für Deutschsprachige Dramatik.

LABORATORIUM 4 - POLEN IST MEIN ITALIEN

© Julian Baumann

Gibt es lustige Momente aus der Probenphase, an die du dich besonders gern erinnerst?
Es gab immer wieder sehr lustige Momente und Geschichten. Dazu hat wohl die Mischung aus jungem Team und älteren Schauspielern beigetragen. Peter Brombacher und Walter Hess hatten kürzlich ihr 50jähriges Bühnenjubiläum. Die haben natürlich schon sehr viel gemacht und so ziemlich alles gespielt. Klar, dass es da an Anekdoten während der Proben nicht gemangelt hat. Weiterlesen

Drei Fragen an…

Matthias Günther, Dramaturg und Regisseur der SCHNAPSBUDENBESTIEN, hat die HUGO BALL-Wanderbühne eingepackt und ist mit seinen Schnapsideen zu Gast im Lenbachhaus. Quasi bereits auf dem Weg dorthin hat er uns noch einen kurzen Exkurs über das Leben und die Kunst, den Dadaismus, und die Geschichte des Ersatzdarstellens gegeben.

Die Hugo-Ball-BühneWer steht da auf der Kiste – Matthias Günther oder Hugo Ball?
Auf der Minibühne steht ein Ersatzdarsteller. Hugo Ball kann man ja nicht exhumieren und deshalb muss das der Ersatzdarsteller machen und in dem Fall biete ich sozusagen meine Hülle an. Das heißt aber nicht, dass ich von Hugo Balls Geist besessen bin. Kennt ihr die Geschichte des Ersatzdarstellens? Das war ja auch im Fernsehen so, als man Werbung gemacht hat für Damenbinden. Da hat man immer mit Ersatzflüssigkeit hantiert. Die war blau, damit sie nicht rot ist. Ich bin also im Prinzip die blaue Ersatzflüssigkeit, die blutleere, blaue Ersatzflüssigkeit, also ein Ersatzdarsteller. Ich stelle meinen Körper zur Verfügung und spreche den Text. Weiterlesen